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Václav Pokorný, 1914 in Pilsen geboren, zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern der Tschechischen Republik. In seinem umfangreichen Gesamtwerk verbindet er kompositorische Großzügigkeit und Liebe zum Detail, figurale Formbildung und lebenspralle Farbigkeit. Mit unverwechselbarer künstlerischer Ausdrucks- und Schaffenskraft reflektiert er eigene Erfahrungen - und Erfahrungen unserer Welt, ihrer Täuschungen, Träume und Visionen. In der Maltechnik ist ihm die Ölmalerei am nächsten, aber er beherrscht auch brillant Temperamalerei Druckgrafik und Zeichnung.
In den dreißiger Jahren studierte Václav Pokorný bei namhaften Professoren in Prag, damals eines der fortschrittlichsten Zentren der europäischen Kunst und Kultur.
Nach Ablegen des Staatsexamens arbeitete er als Professor für Zeichnen und darstellende Geometrie. Einige seiner Schüler sind heute anerkannte tschechische Künstler.
Im Jahre 1940 mietete er sein erstes Atelier in Prag und schuf beachtenswerte figurale Kompositionen und Porträts mit unübersehbar gesellschaftskritischem Unterton, ähnlich dem seiner Bekannten aus der „Gruppe 42“. In diesem oppositionellen Zusammenschluss von Künstlern, die der nationalsozialistischen Unterdrückung den eigenen künstlerischen Ausdruck entgegensetzte, sollte auch er bald Mitglied werden...
Anfang der 60er schuf er eine große Serie zum Thema Glas, zu dem ihn seine Wahlheimat Jablonec inspirierte: Schmelzöfen, Glashütten und deren Arbeiter. Schon bald aber kristallisierte sich das bis heute zentrale Thema heraus. Der Mensch mit all seinen Wünschen, Zweifeln, Verstrickungen. Fährten werden gelegt. Symbole, Zeichen des Lebens (Pendel, Sanduhr, Sonne, Mond, Ei, Kegel etc.), eingeflochten in das Bildgeschehen, geben Hinweise.
Auch klassische, biblische Zitate gibt es (Der Baum der Erkenntnis, Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, Susanna und die beiden Alten), aber die meisten Anregungen fand er in den zwischenmenschlichen Beziehungen, im selbst Erlebten, in wahrer Freundschaft und in der Liebe. Das Suchen und Entdecken versteckter und offensichtlicher Geheimnisse des Lebens und die Freude über das Ergebnis der eigenen schöpferischen Arbeit waren und sind seine Lebensphilosophie. Václav Pokorný liebt die Frauen und aus diesem Grund spielen sie in den Werken des Künstlers oft die zentrale Rolle.
Zahlreiche Studienreisen führten ihn nach Italien, Kroatien, Rumänien, England, Holland, Frankreich und Russland. Seine Werke wurden in unzähligen Ausstellungen gezeigt und sind heute in 29 Ländern vertreten: in Galerien, privaten und öffentlichen Sammlungen moderner Kunst.
Václav Pokorny starb am 19.11.2005 in Jablonec nad Nisou.
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